WG Vogelhüttendeich

Das Angebot

Die Wohngruppe Vogelhütte ist Teil von Hamburg-Wilhelmsburg und bietet bis zu 9 weiblichen Jugendlichen einen Ort, an dem sie leben und sich altersgerecht entwickeln können. Die gute Erreichbarkeit bietet den Mädchen die Möglichkeit, aus einem sicheren Rückzugsort heraus die Ressourcen ihrer bisherigen sozialräumlichen Systeme weiter zu nutzen. Das Angebot erstreckt sich jedoch auch an Jugendliche von außerhalb.

Die Räumlichkeiten erstrecken sich über vier Stockwerke eines Mehrfamilienhauses, in dem jede Jugendliche ihr eigenes, individuell gestaltbares Zimmer bewohnt und somit einen privaten Rückzugsort garantiert bekommt. Zu den Gemeinschaftsräumen zählen im Erdgeschoss Küche und Esszimmer, in dem Mahlzeiten gemeinsam zubereitet und gegessen werden. Daneben bieten der Wohnraum und ein Dachboden mit Sportmöglichkeiten unterschiedliche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und sportlichen Betätigung. Im 3. Obergeschoss der Einrichtung befindet sich ein eigener Verselbstständigungsbereich, in dem der Übergang in eigenen Wohnraum erprobt werden kann.

Zielgruppe

Die Wohngruppe Vogelhütte nimmt weibliche Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren auf. In begründeten Ausnahmefällen können Sondergenehmigungen für 13-Jährige oder volljährige, junge Erwachsene eingeholt werden. Die Wohngruppe ist eine intensivpädagogisch ausgerichtete Einrichtung und arbeitet integrativ. Das Hilfsangebot richtet sich dabei an Jugendliche mit ganz unterschiedlichen und multiplen Problemlagen. Eine gute Mischung von Bedarfen und Problemlagen der Jugendlichen ist wichtig, um eine stabile Gruppenkonstellation zu gewährleisten. Die Aufnahme und das Wohnen in der Wohngruppe basieren dabei stets auf Freiwilligkeit.

Um den professionellen Arbeitsaufträgen adäquat zu entsprechen und den alltäglichen Anforderungen gerecht zu werden, können Jugendliche bei akuter Suizidalität nicht berücksichtigt werden. Die Einrichtung ist nicht barrierefrei.

Was soll erreicht werden?

Gemeinsam mit den Jugendlichen werden individuelle Ziele entwickelt und hierbei abgeklärt, welche Unterstützungsangebote dafür erforderlich sind. Im Zentrum stehen dabei die körperliche und geistige Gesundheit sowie eine schulische und berufliche Perspektive. Die Wohngruppe bietet einen Ort, an dem die Jugendlichen ankommen können, angenommen und in ihrer Individualität ausgehalten werden. In beharrlicher und kontinuierlicher Beziehungsarbeit werden für die Jugendlichen die Möglichkeiten geschaffen, erfolgreich am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dafür sind gelingende Alltagsstrukturen essentiell. In diesen Kontexten können sie handlungssicher agieren, Zuverlässigkeit erfahren und vertrauensvolle Sicherheit erleben.

Wie sollen die Ziele erreicht werden?

Die Wohngruppe Vogelhütte arbeitet nach einem umfassenden pädagogischen Konzept, das laufend reflektiert und optimiert wird. Es verbindet die praktische Erfahrung des Teams mit den theoretischen Grundlagen der Profession und basiert dabei auf unterschiedlichen Theorien und Konzepten der Sozialen Arbeit und Erziehungswissenschaft, insbesondere der Lebensweltorientierung, des Systemischen Ansatzes, der Traumapädagogik und des Konzepts der Neuen Autorität. Die fachliche Fundierung unserer Arbeit wird durch regelmäßige Fortbildungen des Teams, regelmäßige Supervision und einen kontinuierlichen Austausch mit den Hamburger Hochschulen sichergestellt.

Aufnahmeprozess

Der Aufnahmeprozess folgt einem fest beschriebenen Verlauf, den die Teamleitung prozessverantwortlich begleitet und der mehrere Schritte umfasst. Nach einer Anfrage durch das Jugendamt erfolgt ein erstes Kennenlerngespräch, welches zumeist in der Wohngruppe stattfindet. Können sich alle Parteien (Jugendlicher, ASD [Jugendamt], Wohngruppe) anschließend eine Zusammenarbeit vorstellen, folgt ein gemeinsam verabredetes Probewohnen. Hier kann sich die Jugendliche über 24-48 Stunden ein Bild vom Gruppenalltag machen und ihre zukünftigen Mitbewohnerinnen und Betreuer*innen kennenlernen. Nach kurzer Bedenkzeit wird eine gemeinsame Entscheidung über den Einzug getroffen. Können sich Wohngruppe und Jugendliche eine Zusammenarbeit vorstellen, zieht die Jugendliche ein und es beginnt eine vierwöchige Orientierungsphase. Diese Phase dient dem Ankommen in der Wohngruppe und zeichnet sich durch intensive Kontakte mit der Bezugsbetreuung aus. Am Ende der Orientierungsphase wird mit der Jugendlichen reflektiert, ob die Wohngruppe eine geeignete Hilfe für sie darstellt oder ggf. andere oder zusätzliche Hilfen notwendig sind.

Der gesamte Einzugsprozess basiert stets auf Freiwilligkeit. Er kann jederzeit unterbrochen, wieder aufgenommen oder gänzlich abgebrochen werden. Das Tempo bestimmt die Jugendliche.

Standort

Die Wohngruppe Vogelhütte liegt im Vogelhüttendeich in Wilhelmsburg und ist mit Bus und Bahn sehr gut erreichbar. Der Hauptbahnhof kann in 20 Minuten erreicht werden, das Gangway-Schulprojekt für erste und mittlere Schulabschlüsse (ESA/MSA) ist fußläufig erreichbar, ebenso unterschiedliche Freizeitangebote im Stadtteil (Bootsverleih, Haus der Jugend Wilhelmsburg).

Ansprechpartner und das Team

Teamleitung Mädchenwohngruppe

Das Team besteht aus sechs Betreuer*innen, die im Schichtdienst abwechselnd rund um die Uhr für die Jugendlichen erreichbar sind und verlässliche Ansprechpersonen darstellen. Alle Mitglieder sind staatlich anerkannte Sozialpädagog*innen/ Sozialarbeiter*innen oder weisen vergleichbare Qualifikationen auf. Die Betreuer*innen bringen dabei teils langjährige Erfahrungen aus unterschiedlichen Disziplinen mit. Dies fördert die fachliche Kompetenz des Teams und ergibt zudem Gelegenheit, eine qualitativ hochwertige Intensivbetreuung neben der Entwicklung einer ebenso notwendigen professionellen Distanz zu gewährleisten.

Regelmäßige Unterstützung bekommt das Team durch Praktikant*innen der örtlichen Hamburger Hochschulen, die ihre praktische Ausbildung beim Träger absolvieren.

Das Team betreut die Jugendlichen im intensiv pädagogischen Bereich. Dies bedeutet, 24 Stunden lang an 365 Tagen im Jahr vor Ort und ansprechbar zu sein. Auch in der Nacht sorgen die Betreuer*innen dafür, dass die Wohngruppe ein Schutzraum und Wohlfühlort für alle Bewohner ist. Das trägerinterne Rufbereitschaftssystem garantiert in etwaigen Krisensituationen Unterstützung durch weitere Fachkräfte und ermöglicht bei Krankheitsausfällen adäquaten und schnellen Ersatz.

Um den aktuellen Anforderungen sowie zukünftigen Entwicklungen professionell zu begegnen, sind kontinuierliche Personal- sowie Teamentwicklungsprozesse essentiell. Die Mitarbeiter*innen werden bei individuellen und fachlichen Fortbildungen ebenso unterstützt wie bei dem Erwerb von Zusatzqualifikationen. Der intensive Teamaustausch in Form von wöchentlichen Sitzungen, regelmäßigen Teamtagen und monatlichen Supervisionen bildet die Basis, um den Jugendlichen ein konstantes Umfeld zu bieten.