In dem Kooperationsprojekt zwischen dem Jugendhilfeträger Gangway e.V., der AWO Hamburg e.V. und dem Bildungs- und Beratungszentrums (ReBBZ) Harburg werden in Zusammenarbeit mit dem Freilichtmuseum Am Kiekeberg (Harburg) 4-6 Kinder sogenannte „unbeschulbare“ Kinder in einer außerschulischen Lerngruppe beschult. Das Projekt läuft seit Oktober 2020 und die derzeitigen Kinder haben sich schon großartig weiterentwickelt. Ein Junge, der vorher nur im Einzelsetting mit zwei Erwachsenen beschult werden konnte, hat einen Freund im Projekt gefunden.

Als „unbeschulbar“ erlebte und beschriebene Kinder zeigen sich nicht in der Lage, den Anforderungen der Schule gerecht zu werden. Sie verhalten sich oft aggressiv oder gewalttätig sowohl Kindern als auch Erwachsenen gegenüber, ziehen sich zum Teil zurück, sind in der Klasse sozial isoliert, durch Pädagog:innen nicht erreichbar und können den Lernort Schule nicht für ihre notwendige Entwicklung nutzen.

Dadurch sind die Kinder im Alter 8-11 Jahren bereits zu Beginn ihrer Schulzeit in ihrer zukünftigen gesellschaftlichen Teilhabe bedroht. Denn ohne Schule kein Abschluss, kein Beruf und keine Chance im Arbeitsleben. Die Kinder würden schon früh zu Außenseitern mit weiteren eventuell dramatischen Folgen für sie selbst und die Gesellschaft.

Doch es gibt eine Lösung: In dem Projekt der sog. „Museumsklasse-Harburg“ werden sie in einer Kombination aus Museumspädagogik und schulischem Unterricht (mit 5 Stunden täglich) auf eine besondere Art beschult. Damit wird Inklusion umgesetzt und frühe (weitere) traumatische „Drop-out“-Erfahrungen werden verhindert. Das Beschulungsangebot soll diesen Kindern Lernen in angstfreiem Milieu ermöglichen. Durch ihr erworbenes Wissen entwickeln sie – meist zum ersten Mal in ihrem Leben – Freude am Lernen und ein neues Selbstbewusstsein. So können sie später in ihre Stammschule reintegriert werden.